Freitag, 6. Juni 2014

Amsterdam - Oder: Achtung! Fahrradfahrer!

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich eine kleine Blog-Pause eingelegt habe (hoppla, so schnell sind vier Wochen vorbei, wenn man einiges um die Ohren hat…), habe ich heute einen neuen Reisebericht für euch! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)

Mein letzter Urlaub liegt nun schon eine Weile zurück und da ich die Woche zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten freigenommen habe, lag es nahe die Koffer zu packen und ein bisschen in die Ferne zu schweifen. Ok, ganz so fern ist es dann doch nicht geworden, aber immerhin Holland! ;)

Genauer gesagt: Amsterdam. 

Am Montag ging es los - bei leichtem Regen in Frankfurt rein in den ICE, um vier Stunden später bei strahlendem Sonnenschein im holländischen Norden wieder auszusteigen. Herrlich, so muss das sein.

Vom Bahnhof ging es erstmal direkt zur Unterkunft: Hotel Blyss. Von außen: Klein und schnuckelig. Von Innen: Sehr klein und leider nicht mehr ganz so schnuckelig. Da hatte die Webseite mehr Komfort versprochen... Naja, für drei Nächte absolut ok. Und die Lage hat einiges wettgemacht: Die Tram-Bahn direkt um die Ecke, das Stadtzentrum fußläufig zu erreichen und unmittelbar vor der Tür der zauberhafte Vondelpark. Und: Das Hotel bietet die Möglichkeit sich Fahrräder auszuleihen. Was ich am nächsten Morgen auch gleich getan habe, denn ohne Fahrrad geht nichts in Amsterdam, aber dazu gleich mehr ;)

Um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, habe ich - ganz tourimäßig - eine Grachtenrundfahrt gemacht: Die Stadt liegt an der Mündung der Amstel ins IJselmeer und ist durch den Nordzeekanal mit der Nordsee verbunden. Die Amstel ist der einzig natürliche Wasserweg der Stadt und gleichzeitig Namensgeber. Die zahlreichen und für Amsterdam so charakteristischen Grachten (Kanäle) wurden allesamt künstlich angelegt. 


Es gibt drei Hauptgrachten, die quasi wie Ringe um das Stadtzentrum verlaufen: Die Herrengracht (hier stehen - mit Nähe zum Hafen - alte Waren-/Lagerhäuser und - mit Nähe zum Stadtzentrum - prunkvolle Stadt- und Herrenhäuser). Die zweite Hauptgracht ist die Keizergracht. Hier hatte sich seinerzeit das Bürgertum angesiedelt. Später kam dann noch die Prinsengracht hinzu, wo die Häuser kleiner bzw. schmaler wurden und sich unmittelbar die Arbeiterviertel anschlossen (heute findet man hier viele kleine Läden und Cafés, die zum Bummeln und Verweilen einladen). Verbunden sind die Hauptgrachten mit unzähligen kleinen Grachten, so dass die Innenstadt alles in allem mehr Wasserwege als Straßen zu Land hat. Die Straßen sind zudem - zumindest im Stadtzentrum - sehr eng. Das dürfte mit ein Hauptgrund dafür sein, dass die meisten Amsterdamer mit dem Rad oder Moped unterwegs sind.
   
Und hier beginnt das „Drama“ ;)

Wer mich kennt weiß, dass ich eine geübte Radfahrerin bin. Ich bin viel mit meinem Drahtesel unterwegs und mich kann so leicht nichts schocken - dachte ich. Ey, die Leute in Amsterdam fahren wie die Wilden! Entschuldigt bitte diese Ausdrucksweise, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Was in Paris oder Rom der Autoverkehr, ist in Holland (zumindest in Amsterdam - andere niederländische Städte kenne ich nicht *g*) der Radverkehr! Aus allen Ecken kommen sie angeschossen, und meistens gleich in einem ganzen Pulk, fahren einen fast über den Haufen und - wehe wehe - man steht nur einen Millimeter auf dem Radweg - da wirst du mit der Fahrradklingel weggeklingelt was das Zeug hält! Fahrradfahrer haben immer Vorfahrt - noch vor Autofahrern! Und es gibt eigens Fahrradampeln (kein Witz). Außerdem habe ich noch nie ein so gut ausgebautes Radwegenetz gesehen, wie in Amsterdam. Vom dreistöckigen Fahrrad-Parkhaus mal ganz abgesehen ;)


Es war wirklich der reinste Stress durch die Innenstadt zu fahren. Denn so ein Amsterdamer der nimmt ja keine Rücksicht auf eine Touristin, die sich a) orientieren muss und b) durch die kleinen Straßen radelt, um sich die Stadt anzugucken - dafür haben die Einheimischen keine Zeit und keinen Nerv ;)

Also habe ich - zu meiner eigenen Sicherheit *g* - das Stadtzentrum lieber weiträumig umfahren und dabei viele schöne Ecken entdeckt: Wunderschöne Parkanlagen, idyllische kleine Sträßchen, süße Brücken und liebevoll gestaltete Hauseingänge - und so habe ich dann doch noch die Entspannung gefunden, die ich mir von meinem Kurzurlaub erhofft hatte.


Ein Highlight meines Städtetrips war der Zoo (Artis). Eine wunderschöne Anlage, mitten in der Stadt, die eine sehr große Vielfalt bietet: Elefanten, Giraffen, Löwen, Bären, Robben, Kängurus, ein Schmetterlingshaus, ein Reptilienhaus, ein Vogelhaus, ein Aquarium, Gorillas, Schimpansen, Pinguine, Erdmännchen (sooo süß ;))… und so viel mehr. Wow! Einer der schönsten Zoos, die ich bisher besucht habe!


Etwas außerhalb von Amsterdam (ca. 10 Kilometer entfernt) und sehr gut mit dem Rad zu erreichen, liegt das kleine Städtchen Muiden. Hier gibt es ein wunderschönes Wasserschloß. Die Anlage ist liebevoll als Museum gestaltet worden und mit interaktiven und visuellen Elementen (z.B. kleinen Filmen) wird hier eindrucksvoll die Geschichte von Stadt und Schloß demonstriert. Der kleine Schloßgarten (mit Gartenlaube) läd bei schönen Wetter zum Verweilen ein (und bietet bei schlechtem Wetter Unterschlupf vor spontanen Regengüssen - nicht, dass ich da aus Erfahrung sprechen könnte *g*). Muiden ist definitiv ein Ausflug wert! 


Fazit nach drei Tagen Kurzurlaub: Amsterdam hat viel zu bieten! Es ist für jeden Geschmack etwas dabei: Kunst und Kultur (historisch oder modern), Sightseeing (Kirchen, Grachtenfahrten, Anne Frank-Haus), Essen & Trinken (hmmm lecker Pfannkuchen *g*), Shopping (kleine, feine Läden ebenso wie Shopping Malls), Action & Entspannung (Radfahren *g*) und, und, und. Ich kann mir gut vorstellen, dort noch einmal hinzufahren und einen längeren Aufenthalt mit Besuchen in Haarlem oder am Meer (z.B. in Zandvoort) zu verbinden. 

Aaaaaber…. daheim ist es immer noch am Schönsten (*g*) und darum freue ich mich nun auf das bevorstehende Pfingstwochenende und hoffe, dass das Wetter hält, was der Wetterbericht verspricht ;)

Liebe Grüße und bis zum nächste Mal,
euer Käthchen

P.S.: Wem die Bilder zu klein sind - einfach draufklicken, dann öffnet sich die Bildansicht.

Kommentare:

  1. Gut zu lesen! Wir fahren im Sommer nach Amsterdam und wollten uns auch Räder mieten, allerdings bin ich eine reine Katastrophe auf dem Rad. Unsicher und zappelig. Da überdenke ich das Ganze doch noch einmal, haha. Kannst du nette Cafes oder Restaurants empfehlen? Beliebt Frühstück, Kuchen oder Abendessen. Liebste Grüße Marie :)

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    1. ohhh uups - das sollte jetzt aber nicht abschreckend wirken ;)
      Radfahren empfiehlt sich auf alle Fälle (nur vielleicht nicht im Stadtzentrum *g*)
      Ich kann euch das "Cafe de Jaren" empfehlen. Die haben eine schöne Terrasse, direkt am Wasser (an der Binnenamstel - nicht zu verwechseln mit der Hamburger Binnenalster höhö). Habe dort leckere vegetarische Lasagne und leckeren Kuchen gegessen. Auch sehr schön ist das "De Pont", Amsterdam Noord, gegenüber vom Hauptbahnhof (man fährt dort 2 Min. mit der Fähre hin, das De Pont ist dann unmittelbar ggü. des Fähranlegers). Innen sehr gemütlich und nordisch eingerichtet (z.b. mit Sofas in blauem Samt). Dort habe ich einen sehr leckeren Salat gegessen. Als ich wieder zuhause war habe ich gelesen, dass die "1. Constantjin Huygenstr." die Food-Meile von Amsterdam sein soll - mein Hotel war ganz in der Nähe und ich Depp hab das nicht ausgenutzt ;))
      Liebe Grüße, Käthchen

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    2. Keine Sorgen wir sind nicht ganz abgeschreckt :D aber es ist gut zu wissen :) Danke für die Tipps, die habe ich gleich mal notiert. Uns wurde ja gesagt "ihr werdet dort verhungern, es gibt weit und breit nix leckeres bezahlbares" hmpf..so ganz können wir das ja nicht glauben und sind sehr gespannt. Grüsslis :)

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