Samstag, 21. September 2013

Für dich, Oma.

Ihr Lieben,

sicherlich habt ihr euch schon gefragt, was mit mir los ist, warum ich keine Beiträge veröffentliche, wieso ich mir "12-von-12" habe entgehen lassen und mich auch auf anderen Blogs so gut wie gar nicht rühre...

Am Donnerstag vor einer Woche ist meine Oma verstorben. Ich habe sie sehr lieb gehabt.

Ich befinde mich seitdem in einer Art "Schockstarre", kann an fast nichts anderes mehr denken. Kann mich nicht konzentrieren, mag mich nicht ablenken. Habe keinen Spaß am Nähen, mag auch nicht mit dem Rad fahren (auch wenn das Wetter nun wieder bisschen besser ist) oder andere Unternehmungen machen. Ich kann selbst nicht glauben, dass mich das derart aus der Bahn wirft...

Lange habe ich überlegt, ob ich hier auf meinem Blog überhaupt etwas darüber schreiben soll, denn Trauer ist sehr, sehr persönlich. Aber meine Oma hat immer gern erzählt, am liebsten von früher. Und weil ich gemerkt habe, dass es mir gut tut über sie zu sprechen bzw. zu schreiben, möchte ich euch auch etwas von früher erzählen.

Ich habe viele Erinnerungen an meine Oma - immerhin verbinden uns mehr als 30 Jahre. Als ich noch klein war (etwa bis ich in die Grundschule ging), haben meine Eltern und ich bei meinen Großeltern im Haus gewohnt. Da habe ich natürlich viel Zeit bei Oma und Opa verbracht. Aber auch später noch, bis ich so zwölf oder dreizehn Jahre alt war, war ich oft nach der Schule dort. Dann habe ich zum Beispiel mit meiner Oma Erdbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren im Garten gepflückt, mit ihr die Hühner gefüttert oder ihr beim Kuchenbacken zugeschaut.

Und meine Oma hat oft Kuchen gebacken! *g* Apfelkuchen, Rhabarberkuchen, Mirabellenkuchen, Zwetschkenkuchen,… immer, was die Obstsaison, und vor allem der eigene Garten, gerade so hergab. Und wenn es Nusskuchen geben sollte - vom eigenen Nussbaum wohlgemerkt - dann musste mein Opa stundenlang und haufenweise Nüsse knacken :-)

Wenn meine Oma Kuchenteig zubereitet hat, durfte ich immer die Schüsseln ausschlecken! :-) Vorallem der Teig für ihre Butterstreusel war immer super lecker! Jamjam, wenn ich daran denke läuft mir das Wasser im Mund zusammen!

Ich konnte es dann nie abwarten, bis der Kuchen aus dem Ofen kam. Habe immer ganz gebannt vor dem Backofen gesessen und darauf gewartet, dass meine Oma den erlösenden Satz („Jetzt ist er fertig“) gesagt hat. Am liebsten hätte ich dann gleich zugeschlagen und ein Stück Kuchen direkt vom Blech weg verputzt. Das durfte ich natürlich nicht *g* Ich habe dann manchmal heimlich ein paar Streusel gemopst (man hat dann die „Löcher“ gesehen, aber mein Oma hat glücklicherweise immer ein Auge zugedrückt). 

Als Erinnerung an meine Oma habe ich letzte Woche einen „Quetschekuche“ (Zwetschkenkuchen) gebacken. Und natürlich habe ich direkt vom Blech weg ein paar Streusel genascht (seht ihr die kleinen Löcher? *g*).



Der Kuchen hat ein bisschen geschmeckt wie damals. Aber eben nur ein bisschen, denn es war nun mal nicht Omas Kuchen, sondern meiner… Schade, dass ich meine Oma nie nach dem Rezept gefragt habe. Denn ich habe schon die unterschiedlichsten Hefekuchen gegessen, aber – egal ob selbstgemacht oder vom Bäcker – keiner hat je so schmeckt wie der Kuchen aus meiner Kindheitserinnerung. Keiner. Und so wird Omas Kuchen für mich immer etwas Besonderes bleiben! 

So, wie sie immer etwas Besonderes für mich bleiben wird. Meine Oma.

Kommentare:

  1. Hey du,

    schöner Text. Mir sind fast die Tränen gekommen beim Lesen.
    Weiterhin alles Liebe und fühl dich gedrückt.
    Wenn du irgendwas brauchst, sag Bescheid.
    LG
    Sara

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    1. Vielen lieben Dank! Sich gedrückt fühlen hilft.

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  2. Ach Käthchen, ich drück dich ganz fest :/ so eine Zeit ist immer sehr schwer.
    Ich wünsch dir aber ganz viel Kraft und bald wieder Sonnenschein im Herzen!
    Nimm dir Zeit zum verarbeiten, auch wenn das bedeutet, dass du mal ein paar Tage hier nicht schreibst.

    Liebste Grüße Marie

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  3. Hast du so schön geschrieben. Ich würde so gerne Omas Bratensoße nochmal essen.
    Ich vermisse Oma auch so sehr.

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